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Inklusions- und Vorbereitungsklassen

Das Goethe im Bewusstsein gesellschaflicher Verantwortung

Wenn sich Bildungslandschaft und die Gesellschaft so rasch und so stark verändern wie in unseren Tagen, dann muss sich auch ein Gymnasium wie das Goethe bewegen.

Mit der UN-Konvention zu Inklusiver Bildung und den zahlreicher werdenden Migranten stehen wir vor gewaltigen Aufgaben, denen wir uns nicht verschließen können, nicht verschließen wollen.

Im Schuljahr 2012/13 haben wir eine Inklusionsklasse eingerichtet, in der seitdem 20 Gymnasiasten gemeinsam mit 5 lernbehinderten Mitschülern lernen.

Nur ein Jahr später folgte eine Vorbereitungsklasse, in der junge Schüler aus den verschiedensten Ländern begannen, Sprache, Kultur und Bildungssystem kennenzulernen. Im Schuljahr 2015/16 kam eine weitere Vorbereitungsklasse hinzu.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen, es ist beeindruckend, wie offen und flexibel alle Beteiligten mit der besonderen Situation umgehen. Zudem wird an vielen Stellen deutlich, dass sich hier Erfahrungen ausbilden, die – insbesondere über die Lehrer – allen Schülern von Nutzen sind. Wir erfahren auf allen Ebenen viel Zuspruch und Unterstützung und sind auch ein bisschen stolz auf das bisher Erreichte.

Inklusion am Goethe

Was ist eigentlich „normal“?

Wenige Themen im schulischen Umfeld sind in den letzten Monaten und Jahren so intensiv, so kontrovers diskutiert worden wie der inklusive Unterricht. Was sich UNO, Bundesrepublik, Land NRW und nicht zuletzt die Stadt Dortmund zum Ziel gesetzt haben, ist die gleichberechtigte Teilnahme Behinderter am Unterricht der Regelschule. Also etwa des Goethe-Gymnasiums.

Ganz unbeeindruckt von dieser oft sehr abgehobenen, auch von Ängsten aller Beteiligten geprägten Diskussion haben wir im Schuljahr 2012/13 unsere erste – und bisher auch einzige – Inklusionsklasse eingerichtet. Wir Lehrer sind immer frei gewesen, uns für die Teilnahme an diesem Experiment zu entscheiden. Gemeinsam mit unserer geschätzten und ungemein wichtigen Sonderpädagogin Frau van den Boom haben wir in den vergangenen Jahren eine Gruppe von 20 Gymnasiasten und 5 Schülern mit besonderem Förderbedarf zieldifferent unterrichtet.

Bei diesem Experiment haben einige Kollegen Vorerfahrungen einbringen können, die meisten von uns betraten jedoch pädagogisches Neuland. Und wir haben es nicht bereut. Selber haben wir viel gelernt, uns mit den Kindern entwickelt und Methoden gefunden, wie man differenzierten Unterricht gemeinsam gestalten kann.

Das bedeutet, dass wir Lehrer viel gelernt haben, was wir in anderen – sicher nicht ganz so, aber auch – heterogenen Klassen immer wieder erfolgreich anwenden. Für die fünf „Fördies“ hat die konzentrierte, positive Arbeitsatmosphäre in der Klasse ungemein viel gebracht. Sie haben sich leistungsmäßig – auf unterschiedlichem Niveau – prächtig entwickelt. Wenn ihre Klassenkameraden in den jeweiligen Differenzierungskursen sitzen, haben sie Lebenspraktischen Unterricht. Die Berufsorientierung, die am Goethe überhaupt eine bedeutende Rolle spielt, ist für diese Fünf von ganz besonderer Bedeutung.

Die „Gymmies“ zeigen unterschiedliche Leistungen, die aber ganz offensichtlich viel mehr von eigener Arbeitslust und Engagement abhängen als davon, dass da fünf „Fördies“ mit im Klassenraum sitzen. Immer wieder gelingt es uns, alle Schüler gemeinsam lernen zu lassen. In den verschiedensten Fächern, an den unterschiedlichsten Themen. Das ist beeindruckend, das ist aber nicht Selbstzweck – an vielen Stellen gehen die Lernwege auch auseinander, ohne dass man verächtlich aufeinander hinabsähe. Wenn aber beispielsweise die „Fördies“ in der Schulküche backen oder kochen, dann blickt so mancher „Gymmie“ geradezu neidisch drein. Ab und an darf dann auch einer zur Belohnung mitmachen.

In den folgenden Jahren haben wir mangels Zuweisungen durch die Stadt bzw. Anmeldungen durch die Eltern keine weitere Inklusionsklasse gebildet. Das kann sich aber jedes Schuljahr ändern. Wir schauen einer solchen neuen Klasse fröhlich-gelassen entgegen. Und wie wir von einigen unserer Eltern hören, haben die sich damals – ebenfalls befragt – bewusst dafür entschieden, ihr Gymnasialkind in die Inklusionsklasse zu schicken. Explizit bereut hat es niemand. Denken Sie doch auch einmal darüber nach, gern im Gespräch mit uns.

Vorbereitungsklassen am Goethe

Bildung als Schritt in eine bessere Zukunft

Kein Thema ist seit dem vergangenen Jahr so präsent wie die Flüchtlingskrise. Noch immer kommen täglich viele Menschen nach Deutschland, die sich auf der Flucht vor Zerstörung und Tod befinden und nun auf der Suche nach Schutz und einer besseren Zukunft für sich und ihre Familien sind.

Der erste große Schritt auf dem Weg in eine bessere Zukunft und zur Teilhabe am gesellschaftliche Leben in Deutschland liegt in der Bildung und besonders in dem Erlernen der deutschen Sprache. Aus diesem Grund werden die Kinder aus zugewanderten Familien in sogenannten Vorbereitungsklassen unterrichtet, in denen sie gemeinsam die deutsche Sprache lernen, ehe sie eine Regelklasse besuchen können.

Bei uns am Goethe haben wir im Mai 2014 unsere erste und im November 2015 aufgrund der hohen Zuzugszahlen eine zweite Vorbereitungsklasse eingerichtet, in denen die Schülerinnen und Schüler aus den verschiedensten Ländern die deutsche Sprache lernen. Dies geschieht neben dem Deutschunterricht – der Hauptbestandteil des Stundenplans ist – auch in Fächern wie Mathematik, Politik, Kunst und Erdkunde.

Die Erkenntnisse über soziales Lernen und Deutsch als Fremdsprache, die wir hier sammeln, kommen aber nicht nur den Schülern dieser speziellen Klassen, sondern der ganzen Schule zugute. So konnte der Förderunterricht der Erprobungsstufe für das Fach Deutsch gezielt weiterentwickelt werden und auch verschiedene Aspekte in unser Hauscurriculum integriert werden, um die Methoden- und Sozialkompetenz aller Schülerinnen und Schüler am Goethe weiterzuentwickeln.

In unseren beiden Klassen lernen jeweils 18 Jungen und Mädchen gemeinsam, indem sie zum Beispiel Vokabel- und Grammatikübungen meistern, in Rollenspielen lebensnahe Gesprächssituationen nachstellen oder auch mittels Hörspielen das Hörverständnis fördern.

Neben den Lehrerinnen und Lehrern engagieren sich auch bereits viele Schülerinnen und Schüler unserer Oberstufe und unterstützen die Lehrkräfte bei der Arbeit im Unterricht. Aber auch unsere Erprobungsstufe leistet schon einen Beitrag. So werden Pfandflaschen in der Schule gesammelt, die von unseren Schülerinnen und Schülern im Müll entsorgt werden, um von dem Geld Materialien für unsere Flüchtlingskinder anschaffen zu können. Wenn auch Sie sich in irgendeiner Form an der Arbeit in unseren Vorbereitungsklassen beteiligen möchten oder einfach mehr über unsere Arbeit dort erfahren möchten, sprechen Sie uns gerne an.

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